Von Bier, Behörden und Banken     (Ralf Störzbach Lindenbräu Waldbronn)

Finanzierungsrast

Wenn ich mich nochmal selbständig mache, dann gründe ich eine Bank.
Das Geschäft mit den Banken funktioniert sehr simpel: Hast Du was, kriegst Du was,
hast Du nix, gibt's auch nix. Und die oft angepriesenen Existenzgründungsdarlehen
funktionieren genauso.

Die gesamte Existenzgründung wird über die Hausbank der Wahl
abgewickelt. Die Hausbank prüft das Vorhaben und gibt eine Stellungnahme dazu ab.

Entscheidet die Hausbank, daß das Vorhaben realistisch ist, verlassen sich die anderen
Banken (Landesbanken etc.) darauf und gewähren die Förderdarlehen. Die Hausbank tritt
gegenüber den Landesbanken in die Verpflichtung. Im Falle eines Konkurses holen sich die
Förderbanken also den gesamten Betrag bei der Hausbank wieder, also läßt die sich jede
Mark vom Existenzgründer besichern.

Deshalb: Ca. 20% Eigenkapital sollten vorhanden sein, für den Rest müssen Sicherheiten und
Bürgschaften gestellt werden. Es kann daher sein, daß man sich einen Partner ins Boot holen
muß (was mir gottlob erspart blieb).

In diesem Fall NIEMALS einen 50-50-Vertrag machen. Einer muss die Mehrheit haben, sonst
gibt es irgendwann heillosen Streit.

Daß sämtliche Papiere (Gründungskonzept, Finanzierungsplan etc.) in dutzendfacher
Ausfertigung an zig Banken geschickt werden müssen, ist logisch. Die Hausbank steuert und
berät das Ganze.

A propos steuern: Von Anfang an einen Steuerberater ins Boot holen! Sonst gibt's Chaos und
großes Wehklagen...

Noch ein Wort zu den Krediten: Die Förderdarlehen sind wesentlich zinsgünstiger, als
normale Bankdarlehen. Vor allen Dingen setzt die Tilgung recht spät ein, was einem erlaubt,
die erste Zeit zu überleben. Also unbedingt nutzen!

Jetzt wird's lustig, es folgt die...


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